Dienstag, 28. Februar 2012

Bahnhofspoesie

Heute Morgen sah ich eine Frau auf dem Bahnhof vor einem riesigen Pflanzenkübel, in dem eine riesige Palme thronte (ich frage mich wieviele sich dieses arme Geschöpf überhaupt anschauen). Die Frau stocherte im Boden und als ich genauer schaute sah ich neben ihr auf dem Boden einen kleinen toten Spatzen liegen. Sie versuchte für den Vogel ein Grab zu schaufeln bis ein Mann mit einem Rollkoffer vorbei kam und sagte "lassen sie das mal! das stinkt doch wenn das ding verwest." Aber die Frau ließ sich nicht davon abhalten. Das hat mein Herz gerührt.

Mittwoch, 15. Februar 2012

wenn die augen nicht mehr greifen können und die lider schwer sind, dann leg dich hin und öffne all die anderen tore zu dir. ich tanze innerlich zu amiina - ugla. unbeschwert, träumerisch bewege ich mich zwischen nebelfarn und blauestes himmelgarn. ich streiche an den ästen der bäume entlang, entfernt ein kauz das nach jemanden ruft. ich lächle und kleine atemwölkchen pulverisieren um mich herum zum nichts.

Dienstag, 14. Februar 2012

atmen

es passierte immer unerwartet. der geruch nach sandigen strassen, nach hitze, öl, schweiss auf der haut und dem gefühl eines sanft streichelnden windhauchs unter dem hemd. es war dann einfach da. ging neben mir, hand in hand überquerten wir zusammen die strasse dieser welt mit dem gefühl einer anderen im herzen. es war nicht schmerzvoll aber ich wusste, das sie mich rief, nicht zurück um dort zu bleiben sondern um sich aufzufüllen, um zu atmen für all die abenteuer, die sie mir damals hintem beim tempel wo die gebeine der toten schon längst verschleppt waren, versprach. die falken sind meine zeugen.

Freitag, 30. Dezember 2011

geschichten, wiedergefunden.

Geschichte I

....die lichter der stadt stießen grellrot durch die scheiben. ich musste mehrmals blinzeln bis ich mich an die dunkelheit und die ins nichts schießenden blitze gewöhnt hatte. im inneren des wagens war nur die notbeleuchtung an. bevor ich in den wagen stieg war ich wach, so wach das ich mich auf die fahrt freute, doch schon bald, als der wagen anfuhr überfiel mich eine merkwürdige und umfassende müdigkeit die im kopf begann und wie eine schlange sich langsam von oben nach unten hinabschlängelte. ich stieß mit meinen kopf an die kalte scheibe, spürte die brutalität und kälte und konnte doch nur schwer die augen heben. ich sah wie im traum den tunnel an mir vorrüber ziehen. erkannte im spärlichen licht die dunkelgrauen betonteile die zeichen auf ihrer haut trugen. sich in die waagerechte schlängelnde gebilde. einige wirkten wie pflanzen, andere wiederrum erinnerten mich an die schlange im würgegriff.
ich weiß nicht wie oft ich in den dämmerschlaf fiel. ich hatte das gefühl für die zeit vollkommen verloren. ich sah mich immer wieder um. sah die anderen wie sie wohlig in ihren jacken gehüllt waren, die sie zum schutze über sich geworfen hatten. alles um mich herum schlief und wurde von der lautlosen geschwindigkeit des gefährts durch die nacht getragen.
traumsequenzen stiegen in mir hervor. ich spürte manchmal jemanden neben mir sitzen. fühlte wie er etwas in mein ohr flüsterte und wollte ihm antworten. doch sobald ich die augenlider hob war da nichts. keine hand, kein mund, keine stimme. nur der leise vibrierende körper unseres gefährts. doch immer wieder fiel ich hinab. in dunkelheit und flirrende lichter und nur unterbrochen vom blick auf den asphalt, abwechselnd, immer wieder, traum/asphalt, traum/asphalt.
die stimme des mannes sang leise. sie erzählte von der welt und seiner einstigen schönheit, sie flüsterte vom untergang der welt. und er beschrieb es mit worten die seines gleichen suchen, beschrieb jede einzelheit. und die stimme erhob sich über die töne, erhob sich über den sanften singsang, den die welt tief unten in sich spürt. und die stimme schrie: DEAD, DEAD, DEAD......

als ich erwachte hatten wir den tunnel durchquert. ich schüttelte den traum von mir ab. konzentrierte mich auf die zeichen der straße und nur ein kleiner teil der stimme blieb in mir, die nun nicht mehr schrie.

geschichte II
Hinter dem Glaspalast mit den weißglänzenden Steinen verbirgt sich eine graue Treppe. Sie führt tief hinab und spitze tiefschwarze Steine umsäumen einen grau gequaderten Weg. Grünes Glas und errodierte Metallfetzen schauen aus Schlunden hervor. Einige winden sich wie um imaginäre Körper geschlungen, daraus empor.
Der Wind ist stark und treibt das hellgraue Wasser an Steine und verrostete Gebilde, die es zu weißen Schaumkronen brechen.
Wir betrachten das Spektakel, während wir auf dieser vom Wind zerfurchten Treppe sitzen. Ich schlage das weiße Papier auf und reiche ihm den rohen Fisch, der sich weiß glänzend auf seinen Fingern bewegt und mit einem Lachen und Seufzen in seinem Mund verschwindet.

Mittwoch, 28. Dezember 2011

hinter der zeit, gleich links

hier ist es immer zehn vor zwei. marlenes stimme stolziert durch das alte gutshaus hinter der zeit. wir kamen über eine alte strasse hierher, die zum ende in graue schollen zerbrach. das licht erhellt am morgen schwach die grünen wände des eingangsbereich. in den fenstern stehen die ledernen reste von kleinen tieren. in den uralten schränken kann man sich verstecken, so groß sind sie. der garten hinter dem haus ist verwildert und nicht weit von dort aber genau auf der anderen seite des hauses ist die verfallene kapelle und die umgestürzten grabsteine der einstigen besitzer.

Freitag, 9. Dezember 2011

die bar

ich denke an die blau schimmernde bar in der kleinen seitenstrasse. sie hat mein herz entflammt und seit ich sie das erste mal betrat ist nichts mehr wie es war. mein wesen hat sich zu einem falter geöffnet und flirrt vor dem blinden spiegel, der keinen einlass gewährt. ich sehe die zeiten an mir vorrüber ziehen und sehe meine hand, weiß und blau geädert.

Donnerstag, 8. Dezember 2011

ship song

Heather Nova läuft im Hintergrund und hinterlässt so eine warme verlorene Stimmung. Gedanken kreisen um sich selbst herum, trunken von Portwein.