Mittwoch, 27. Mai 2009

Samstag, 23. Mai 2009

erzählen

Ein Name wurde gerufen. Die Stimme, die ihn rief verlor sich in den Gängen des kleinen Hauses. Jemand drehte den Kopf und dann hörte man diesen Namen deutlicher..."Johara!"
Mein Blick wanderte über den Fußboden aus alten Kacheln, einst zersplittert und hier neu zusammen gelegt, ergab es Muster surreal, verwirrend und verwischend. Ich sah Füße, glänzend braun mit einer leichten Staubschicht bedeckt die darüber eilten und ich sah eine Öffnung mitten im Boden und der Blick nach unten ließ mich wanken, tief hinunter, eine Leiter angelehnt, schaute ein Stück hervor. Der Blick stieß auf schwarze Augen und einem Kopf mit krausem Haar und darunter der gedrugene Körper einer Frau mittleren Alters..."Johara"! rief sie noch einmal, nun ein wenig außer Atem...Die Füße verließen den Kachelboden und stiegen Schritt um Schritt die Leiter hinunter. Langes Haar kitzelte mein Gesicht. Fremde Hände nahmen mich, zogen mich, entkleideten mich und ich fühlte den Schauer von frischer Kühle über meinen Körper gleiten. Ich schloss die Augen und das Wasser rann in feinen Bächen hinunter, sog die Staubschicht des Tages und trug sie hinfort auf den Boden. Hände betasteten mich, wirbelten mich herum, wanderten an Schenkel und Hüfte, umkreisten und liebreizten Arme und Hände. Sie betasteten das Gesicht und zogen die Linen meiner Lippen nach. Als ich ihren Rückzug spürte, öffnete ich die Lider und sah an mir herunter. Mein Körper war bedeckt mit einer weißen schnell trocknenden Paste, die feine Risse wie Adern hinterließ und der Haut einer mamornen Statue glich.
"Johara, so beeile dich, die Anderen sind schon draußen!"....

Donnerstag, 21. Mai 2009

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Das Mädchen träumte vom Regen. Die Feinheit ihres Gesichts, der Fall ihrer dunklen Haare und die schimmernde Haut waren plötzlich in mir. Ich lag auf dem Bett einer Freundin und draußen zog ein Gewitter auf. Der Donner grollte und kurz darauf durchzuckten Blitze den dunkel aufgetürmten Himmel.
Ich sah sie ebenso auf dem Bett liegen, doch in einer völlig anderen Umgebung. Die Wände waren aus Lehm mit bunten Bemalungen. Die Öffnungen in der Wand waren nur mit leichten Stoff behangen. Sie träumte sich in meinen Kopf und ich in ihren. Ich schob ihren Vorhang mit einer fremden Hand leicht beiseite und schaute auf ein Gräberfeld bestehend aus vielen kleineren Gebäuden mit Terassen und bunten Leben darin. Ich sah bläulichen Nebel über den Gräbern und schwarze Gestalten dazwischen, in der Ferne sah ich ein sandsteinfarbenes Gebirge....Sie legte mir ihren Finger auf die Lippen, die ebenso die ihren waren, doch spürte ich die Wärme die davon ausging. Sie drehte sich um und ich schaute auf das Bett, auf dem sie eben noch gelegen haben muss. Dort sah ich Bilder und Schnipsel meiner Welt. Grollende dunkle Wolkenberge, Regen, immer wieder Regen, auf der Strasse, auf der Haut, im Haar, den Gräsern auf meinem Balkon, der abgefallenen Hibiskusblüte und auf dem roten Gartenstuhl. Alles war so detailreich und noch lebendiger als jede Photographie. Ich sah meine Welt auf einem weißen und zerwühlten Laken....

Freitag, 15. Mai 2009

Hafsól


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der 15.oo Uhr Sandsturm-Tee

auf meinem Morgenkaffee schwimmen kleine Staubfetzen vom Vortag. Eine Staubschicht auf meinem Kaffee bringt mich auf den Gedanken als wir auf der Terasse im Sandsturm genüßlich unseren Tee tranken. Die ausgetrukenen Tassen wiesen eine 2 cm dicke Sandschicht auf. Aber stell dich im schlimmsten Sandsturm mal raus, spreize einen Finger beim trinken ab, mach den Rücken gerade und schließe die Augen. Es sieht zwar keiner und dennoch, ein grandioses Gefühl unglaublich stilvoll zu sein. Das soll uns mal einer nach machen!

Freitag, 8. Mai 2009

wegfahren

heute morgen roch es nach regen und der nordwind zerrte am stoff. kaum menschen unterwegs und ich blieb kurz stehen vor einem alten haus in dessen ritzen allerlei samen austrieben.
am nachmittag ziehe ich die sandalen an, renne durch den regen dem zug hinterher und fahre weg.

Mittwoch, 6. Mai 2009

Dienstag, 5. Mai 2009

blind


mai 2009

Verwesung & Lotus

Zwei Freunde und eine sterbende Stadt. Sie haben sie atmen gesehen und sie sehen ihren Tod. Beides geht Hand in Hand. Der Atem aus Verwesung und Lotusblüten weht durch die Strassen. Die Häuserfluchten, Flure alter Hotels, geöffente Fenster mit Gespenstern in ihren Nischen, sie alle atmen. Sie hat sich in die Herzen meiner beiden Freunde gebrannt und nun werden sie hinausgehen, hier und dort verweilen an anderen Orten und immer wieder werden sie ihre Bilder sehen, werden die Facetten dieser Stadt versuchen zu begreifen. Ich rette diese Stadt wie viele andere es versuchen. Ihre Schönheit wird eine Legende sein, ihr Verfall ist ein Teil davon. Wir werden die Totenstadt besuchen mit den lebenden Geistern und dem Mädchen das oben im Grab ihr kleines Zimmer hat und auf dem Bett mit dem weißen Laken liegt und von der Weite träumt...

Montag, 4. Mai 2009

hier und da

Verhälntismäßig wenig Bettler diese Woche, sagte er während wir die stark befahrene Strasse überquerten, uns durch Menschen durchquetschten, Dinge rochen, über deren Herkunft wir nicht weiter nachdenken wollten und unsere Füße durch viel zu dünne Sandalen vom Asphalt getrennt, der absoluten Hitze anheim fielen. Ich nickte und erinnerte mich an den einen an der Ecke irgendwo in Downtown. Gebeugte Haltung, langes Gewand, eine Nase wie ein Adler, den Blick Richtung Boden geneigt in den Händen Taschentücher zum Austausch, damit man sich nicht ganz so schlecht fühlt sein Geld unnütz angelegt zu haben. Und dann war da noch der eine, über den die Menschen alle fielen und sich reumütig entschuldigten. Er lag langestreckt auf dem Boden, der Blick zum Boden, die Hand nach oben gestreckt. Um ihn tausend blinkende Lichter, die Strasse des Konsums, Taschen, Schuhe und Anderes in grellend schreienden Farben inmitten dieser sterbenden Stadt. Wenn die Bettler ihren Kopf heben würden, nur ein wenig mehr über die Menschen hinweg, dann würden sie es sehen. Die zerfallenen Häuser in deren unteren Geschossen alles blitzt und blinkt und deren oberen Etagen zerfallen und manche ohne Dach wie abgestorbene Zähne in den Himmel ragen welcher staubverpestet seinen Atem über die Grenzen von Armut und Reichtum erstreckt.

Zurück


Sie stellt den Koffer in die Ecke und atmet tief durch. Ihre Atemwege sind ein wenig verklebt und wenn sie über ihre Hand streicht, deren Zweifarbigkeit ihn zum schmunzeln brachte, so wedelt sie ein paar vereinzelte Sandkörner auf den Boden ihrer kleinen Wohnung. Sie blinzelt in die Abendsonne und hat noch keine Lust ihre Sachen auszupacken. Sollen sie doch noch eine Weile im Koffer verweilen, es gibt keinen Grund zur Hektik. Sie hat das Meer gesehen auf eine gänzlich andere Art und Weise. Das Meer das gegangen ist, weiter gewandert wie sie es sonst tut. Es hatte vieles zurück gelassen, Geschichten, Gedanken, Muscheln, Schnecken und zerriebenes das sich in weißen Schichten über die Ebene ergoss.